Bussysteme nennt man die Anbindungssysteme für Massenspeicher es gibt 3 wichtige.
Der älteste Standard: Große Festplatten mit geringer Kapazität. Die Festplatte werden über ein 34 pol. Daten- und ein kleines Steuerungskabel bedient. An einen Anschluss kann eine Platte betrieben werden. Bis 2 Controller sind möglich = 2 Festplatten. Da diese Technik sehr alt ist, sind die Ersatzteile entsprechend rar, und es ist eigentlich nur für Restauratoren interessant, welche sich mit Rechner bis 286er beschäftigen.
Das System für die breite Masse: Weit verbreitet und günstig. Zumindest war es das in dem Bereich dieses Klassikerbaus. PATA hat heute seinen Status zugunsten von SATA eingebüßt, heute haben Mainboards wieder höchstens einen Controller.
An einen Controller (=Anschluss) können bis zu zwei Laufwerke angeschlossen werden. Diese Controller werden zumeist vom Mainboard BIOS gesteuert. Bei sehr alten Mainboards - frühe 486er - konnten maximal nur zwei Festplatten angesprochen werden. Auch gab es im Laufe der Zeit immer wieder Probleme mit großen Laufwerken. In Zeiten von 486er war groß 512 MB, später 8 GB, später 32 GB, dann 128 GB. Oftmals lassen sich die Begrenzungen durch BIOS Updates umgehen. Manchmal hilft nur ein anderer Controller in Form einer PCI Karte. Diese bringen nicht nur ihr eigenes BIOS sondern steigern auch die Übertragungsgeschwindigkeit.
Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Standards für die Übertragung entwickelt, neben den PIO Modi sind vor allem UDMA33, 66, 100 und 133 zu nennen. Die Zahl beschreibt dabei die theoretische Übertragungsbandbreite in MByte pro Sekunde.
Angeschlossen werden die Laufwerke mit 40 poligen Kabeln, ab UDMA 66 ist dieses mit zusätzlichen Masseadern versehen, so dass von 80 poligen Kabeln gesprochen wird (die Anschlüsse sind aber identisch).
Im Handel sind kaum noch Festplattenlaufwerke über 250 GB für diesen Bustyp erhältlich. Notebookplatten lassen sich mittels Adapter auch in normalen PCs verbauen. Sie haben den Vorteil, dass sie meistens leiser als Ihre Desktop Kollegen sind. Gerade Festplatten unter 20 GB haben meist eine eindrucksvolle Geräuschkulisse.
Die ehemalige Königsklasse, etwas schneller als IDE/EIDE, verschiedene Unterstandards. Es können bis zu 7 Geräte angeschlossen werden! Meist besitzen nur EISA Boards einen eigenen Controller, man muss also meist einen eigenen Bootfähigen Controller verwenden. Das SCSI in 486ern hat meist 50 pol. Kabel.
In dieser Anleitung beschränke ich mich auf das IDE / EIDE System, das es am weitesten verbreitet ist.
Notebooks: Bei älteren, vor allem Markennotebooks, bis hinein in die 386-Klasse kann man wieder von Wildwuchs sprechen. Hier trifft man die merkwürdigsten IDE ähnlichen Laufwerke. Hier sollte man also die Platten pfleglich behandeln.
Spätestens bei 486ern trifft man dann normale IDE 2,5 Zoll Festplatten. Manchmal in einen speziellen Rahmen verschraubt (Bei Laptops, die man ohne Festplatte kauft, muss man hier nachhaken ob so etwas nötig ist, und wenn ja ob der mitgeliefert wird), steckt jedes Mal Standard drin. Aufpassen muss man hier nur noch das die Platte genug Strom kriegt, was aber überwiegend der Fall ist, und ob das BIOS mitspielt. Manche Laptops haben nur vordefinierte Typen und keine Autoerkennung und keine benutzerdefinierten Typen. Mit einem Adapter kann man solche Festplatten auch in einem Desktop betreiben.
Statt einer Magnetplatte kann man auch zu der mit Speicherchips ausgerüsteten Solid State Disk greifen. Die Vorteile dieses Typs sind Geräuschlosigkeit und Schnelligkeit. Im Handel sind allerdings auch Adapter verfügbar, welche eine Compact Flash Karte zu einer Festplatte macht. Neben den Risiko und den Kosten sollte man sich das gut überlegen. Wirklich gute Geschwindigkeiten erreicht man nur mit sehr teuren Highspeed Modellen. Die Modelle aus der Elektrodiscounter Werbung sind eher gemächlich und in der Leistung eher etwas für die 486 Klasse.
Notebooks: Bei Subnotebooks trifft man gelegentlich PCMCIA Festplatten. Hier bietet es sich an statt dessen SD Karten mit passendem Adapter (aber keinen Cardreader!) zu benutzen. Zwar sind Flashkarten nicht unbegrenzt beschreibbar, sie sind dafür zurzeit sehr billig (vielfach billiger als PCMCIA Festplatten, komplett geräuschlos und mechanisch unempfindlicher.
Es gibt zwei Arten von Diskettenlaufwerken: 3,5 Zoll und 5,25 Zoll Laufwerke. Die Älteren 8 Zoll Laufwerke müssen extern betrieben werden und sind mehr als prähistorisch. Es gibt dabei noch mal verschiedene Unterarten und Speicherdichten. Ich beschränke mich auf das 1.44 MB 3,5 Zoll Laufwerk und das 1.2 MB 5,25 Zoll Laufwerk.
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Ein 1,44 MB 3,5 Zoll Laufwerk |
Ein 1,2 MB 5,25 Zoll Laufwerk |
Beide werden an ein 34 poliges Kabel angeschlossen, bei Kabel für mehrere Laufwerke ist das Kabel in der Mitte verdreht. Das am Ende wird "Laufwerk A:", das an der Mitte des Kabels "Laufwerk B:".
An einen Kabel können bis zu 2 Laufwerke angeschlossen werden. Manche Kabel haben zwar 4 Anschlüsse nur liegt das daran das die beiden Laufwerktypen unterschiedliche Anschlüsse haben:
Es geht also nur:
A: | B: | |
1 | 5,25 | NA |
2 | 5,25 | 5,25 |
3 | 5,25 | 3,5 |
4 | 3,5 | NA |
5 | 3,5 | 5,25 |
6 | 3,5 | 3,5 |
Das 5,25 Zoll Laufwerk kann nicht verpolt werden, der Stecker am Kabel hat eine Sperre, und das Laufwerk eine passende Kerbe, es muss nur noch mit einen Stromkabel (das auch nicht verpolt werden kann) versehen werden.
Das 3,5 Zoll Laufwerk besitzt leider keinen solchen Stecker, hier muss man den Kontakt 1 des Kabels (erkennbar an der roten Markierung) auf den Pin 1 des Laufwerks bringen. Ist am Laufwerksanschluss nichts markiert, sollte man es damit probieren das man die rote Seite des Kabels zum Motor hin ausrichtet, das klappt zu 90 %, falls es falsch herum sitzt, leuchtet die Laufwerks-Lampe die ganze Zeit, sie geht nicht aus. Achtung ist jetzt eine Diskette im Laufwerk werden die Daten unbrauchbar! Erst mal ohne Floppy teststarten. Für das kleine Floppy ist auch der kleinere Stromstecker.
Das Kabel muss man natürlich noch auf den "FDD Port" aufstecken. Wieder 1 auf 1. Manche I/O Karten besitzen 2 FDD Ports, die kann man zwar mit 4 Laufwerken bestücken, diese werden aber weder von DOS/Windows unterstützt. Nur wenige Spezialsoftwares können damit umgehen.
Bei den IDE Laufwerke ist es ähnlich wie bei den Floppylaufwerken, es können 2 Laufwerke am "HDD/IDE Port" betrieben werden. Allerdings müssen die Laufwerke vorher gejumpert werden, damit sie wissen welches Laufwerk sie sind: Das Erste (Master) oder das Zweite (Slave). Auch hier gilt: Nichts ist genormt, entweder steht es klein an dem Jumperblock, es steht mehr oder wenig verständlich auf der Festplatte oder man sucht nach dem Modelltyp oder Hersteller im Internet (etwa mit dem Suchbegriff "Caviar 1170 Jumper").
Das Festplattenkabel ist 40-polig und wieder an einer Seite ist der 1 Kontakt mit einer roten Markierung versehen, die Steckleisten auf Board/Controller und Laufwerk sollten mindestens eins von zwei Merkmalen aufweisen. Entweder eine kleine 1 am richtig Pin oder es fehlt in einer Reihe in der Mitte ein Pin, ist diese Lücke in der unteren Reihe, dann ist der Pin 1 rechts, wenn oben, dann links. Manchmal haben die Steckleisten auch einen Rahmen, mit einer Aussparung, hat man ein Festplattenkabel mit "Nasen", kann man auch nichts falsch machen. Das Stromkabel ist wiederum einfach nur einzustecken.
Unten fehlt ein Pin und oben ist eine Aussparung im Rahmen,
der
Pin 1 muss also rechts sitzen.
Da dieses Kabel eine Nase hat, würde es auch nicht anders
gehen, als den roten Kontakt rechts anzuschließen
Ältere Mainboards unterstützen von BIOS her nur ein Controller für Festplatten, wenn man eine I/O Karte mit zwei Controllern einsetzt, kann man den zweiten nur für Wechsellaufwerke nutzen (CD-ROMs, Streamer, Wechselplatten). Neuere Mainboards vertragen bis zu vier Festplatten. Der erste Controller wird "Primary" und der zweite "Secondary" genannt.
Neben den Festplatten gibt es eine Reihe weiterer Laufwerke, die an die Bussysteme angeschlossen werden. Es gibt eine Reihe von Wechselspeichermedien, angefangen vom MO-Laufwerk, über den Bandspeicher, hin zu ZIP und LS120 Superdiskettenlaufwerken. Sie sind wohl alle längst veraltet, Medien kaum noch zu bekommen und daher für die meisten uninteressant.
Interessanter werden wohl eher die optische Laufwerke sein, CD-ROMs und DVDs. Allesamt werden Sie, sofern ATAPI Anschluss, wie die PATA Festplatten gejumpert und angeschlossen. CD-ROM Laufwerke besitzen sehr häufig einen weiteren Anschluss für die Soundausgabe. Spielt man eine Audio CD ab (Eine echte, keine CD mit MP3s) so wird hier das Signal ausgegeben und kann über ein Kabel an eine Soundkarte übergeben werden. Windows 98 und höher kann auch so eingestellt werden, das auf dieses Kabel verzichtet werden kann. Viele Laufwerke haben zur Steuerung einer Audio CD auch Tasten an der Front, auch ein Kopfhörerausgang mit Lautstärkeregelung ist nicht selten. Geeignete Stromversorgung vorausgesetzt, kann auch ohne PC eine Audio CD abgespielt werden.
Einige sehr alte CD-ROM Laufwerke sind nicht ATAPI Kompatibel, meist einfach oder Doublespeed Modelle. Sie besaßen eigene Controllerkarten (ISA) oder wurden an Soundkarten angeschlossen. Allerdings ist dies nur für 386/486 interessant, meist existieren nicht einmal Windows 95 Treiber für diese Laufwerke.