Windows NT 4.0

Genaue Versionsnummern: NT 4.0 Build 1381
Preis in Deutschland: Vollversion:
Update:
 307 €
 153 € (von NT 3.x)
Code- / Entwicklungsname Cairo
Datenträger: 3,5 Zoll Disketten & CD-ROM
Codezeilen: 16 Millionen
erschienen in den USA: 29 August 1996
Ende des Supports (Endkunden/Firmen): 30.06.2002 / 30.06.2004

Windows NT 4.0 Versionen:

NT 4.0 Workstation
NT 4.0 Server
NT 4.0 Enterprise Edition
NT 4.0 Terminal Server

NT 4.0 BackOffice Server

NT 4.0 Workstation

Windows NT 4.0 ist der Nachfolger von NT 3.51, wurde aber deutlich überarbeitet. Am auffälligsten ist die optische Anpassung an Windows 95. Windows NT 4.0 ist sehr stabil und für größere Netzwerke ausgelegt, es läuft nicht nur auf IBM Kompatiblen Rechnern sondern auch auf PowerPC, MIPS-RISC und Alpha-RISC Systemen. Siehe dazu die Tabelle auf der NT 3.1 Seite.


NT 4.0 auf einem PowerPC

Die Neuerungen von NT 4.0 in der Übersicht

- Windows 95 Benutzeroberfläche, inklusive Explorer, Aktenkoffer, Papierkorb und Netzwerkumgebung
- Telefon-API (TAPI) und Unimodem für Faxanwendungen, Exchange (EMail) und Internetexplorer
- Unterstützung von NetWare 4
- Peer Web-Dienste für Intranet Webserver
- Microsoft Internet Explorer
- DCOM für verteilte Anwendungen für das Internet
- Windows Exchange für die Verwaltung von internen und externen EMails
- Direkte Unterstüzung von Grafik- und Audioanwendungen

Der vorinstallierte Internet Explorer 2.0 ist im heutigen Web zu nichts mehr zu gebrauchen, selbst an einfachsten Seiten scheitert er.


Der Internet Explorer 2.0

Das Setup beginnt zunächst im bekannten Textmodus, im Verlaufe der Installation wechselt es aber dann doch in den Fenstermodus. Besonders ausführlich wird dabei das Netzwerk abgefragt und konfiguriert.


Das Setup

NT 4.0 kann auch wie die Vorgängerversionen mehrere Microsoft Betriebssysteme verwalten, da es einen eigenen Bootmanager besitzt.


Der Bootmanager: Da nur NT 4.0 auf dem Rechner ist, gibt es nur den VGA Modus als Auswahl.


Der eigentliche Bootvorgang ist sehr spartanisch gestaltet, es gibt nur einige Systeminfos. (THX to Codezilla)

Wie bei allen NT 4.0 Vorgängern üblich gibt es mehrere Benutzer, die an einem Computer oder in einem Netzwerk verwaltet werden können. Daher ist bei jedem Start eine Anmeldung notwendig.


Kurz nach dem Start erscheint diese Meldung zur Anmeldungsanforderung.


Der eigentliche Anmeldedialog, man kann hier den Rechner auch ohne Passwort Herunterfahren.

Auf den ersten Blick sieht NT 4.0 Windows 95 zum Verwechseln ähnlich, es steckt aber hinter der Fassade deutlich mehr.


Der Desktop von NT 4.0

Deshalb braucht NT 4.0 einiges an Einarbeitungszeit, da es überall etwas komplexer und komplizierter ist.


NT unterstützt seit der ersten Version mehrere CPUs, hier entpackt eine RAR Archiv während die andere für Systemdienste noch zur Verfügung steht. Spezielle Anwendungen können das auch so nutzen das eine erhebliche Leistungssteigerung eintritt.

Beispielsweise gibt es keinen Gerätemanager, wie bei Win 9x, sondern die Geräte werden über nur über die entsprechenden Systemsteuerungsverknüpfungen installiert und getreibert. Die Treiber werden im Geräte Menü gestartet:


Systeminfo und Systemeinbindung einer Netzwerkkarte

Die Dateiverwaltung ist aber mit Windows 95 nahezu identisch, wenn man von erweiterten Freigabeoptionen auf Dateiebene durch NTFS (ein optionales Dateisystem) absieht. Denn es können nicht nur Zugriffe für die Dateien im Netzwerk gesteuert werden, sondern auch für lokale Benutzer durch Datei-/Verzeichnisberechtigungen.


Dateiberechtigungen unter NTFS für den Ordner C:\Programme

Mit installiertem Internet Explorer 4 sieht der Explorer aus wie der von Win 95C/ Win 98.


Der Explorer kurz vor der Installation vom IE 4.0


Der Windows Explorer von NT 4.0 mit installierten IE 4.0, die vielen DOS Dateien kommen durch ein Multibootsystem

In NT 4.0 ist das Wichtigste vom Microsoft Plus! 95 Paket installiert, dadurch kommt man in den optionalen Genuss von Schriftenglättung, schöneren Desktopsymbole und ein paar Kleinigkeiten mehr.


Das Windows 95! Plus Paket macht NT 4.0 schöner

Dies ist auch der Grund dafür, dass ein "3D" Flipper bei NT 4.0 dabei ist, obwohl es eigentlich nicht als Spielesystem bekannt ist.


3D Pinball Space Cadet


Wenn man den Computer herunterfährt, erhält man diese Meldung, NT schaltet nicht wie Windows 9x auf einen Abschaltbildschirm.

Im Gegensatz zu Windows 95 verlangt NT 4.0, neben viel Speicher, auch noch unbedingt einen 486er Prozessor zum Laufen.


Fehlermeldung beim Versuch Win NT 4.0 auf einen 386er zu installieren

Der 486er Prozessor besitzt ein 32 Bit Interface und 8 KB First Level Cache. Der Second Level Cache ist extern auf dem Mainboard. Die Taktrate geht von 16-133 MHz. Neben den normalen 486 DX gibt es noch einen 486 SX mit deaktiviertem Co-Prozessor.

Dieses Modell von 93 besitzt 66 MHz und damit die Minimalanforderung für NT 4.0 mit IE 4.0.

Updates gab es als Hotfixes und als großes empfehlenswertes Servicepack, die letzte Version des Servicepacks ist die 6a. Dadurch wird NT 4.0 unter anderem 2000 und eurofähig. Leider ist DirectX im Servicepack integriert, so dass die Version 6 Endstation ist.

Des weiteren unterstützt NT 4.0 von Hause aus weder moderne Schnittstellen, wie USB oder Firewire, noch kann es etwas mit den Dateisystem FAT32 anfangen.


Nach dem Servicepack 6a gab es noch etliche kleinere Updates, leider aber nicht für wichtige Kernelemente, wie DirectX oder zur Unterstützung neuer Schnittstellen

Lieferumfang von NT 4.0
Die Windows NT 4.0 Workstation CDs, ungleiche Vierlinge:

1: NT 4.0 normale Version
2: NT 4.0 OEM Version
3: NT 4.0 Update
4: NT 4.0 Update (Version mit zusätzlicher IE 4.0 CD)

 

Die Packung von NT 4.0 Workstation. Da NT 4.0 fast 4 Jahre im Handel war, gab es auch die verschiedensten Versionen zu kaufen, je nachdem welches Service Pack installiert oder beigelegt worden ist.

Oben: NT 4.0 normale Version

Mitte: NT 4.0 Update Version

Unten: NT 4.0 Update Version mit Internet Explorer 4.0

Das Handbuch von NT 4.0 ist mit 120 Seiten dünner als die Hardware-Kompatibilitätsliste, die 170 Seiten umfasst. Grund: Es ist nur der Einstieg, die Referenz war separat zu erwerben.

Links: alte OEM Version des Handbuchs, mit aufgeklebten Echtheitszertifikat
Rechts: Version von Update und Vollversion

Fazit:

NT 4.0 ist zwar recht stabil, eignet sich aber weder zum Spielen (nur wenige Spiele laufen, es gibt nur DirectX 6), noch für aktuelle Rechner (um USB & Co kommt man nicht mehr herum). Da es wesentlich komplizierter zu bedienen und konfigurieren als Windows 2000 ist, lohnt es sich eigentlich für niemanden mehr. Systeme auf denen nicht mal mehr Windows 2000 anständig läuft sind für den Produktiveinsatz nicht mehr geeignet.

Für Bastler und Softwarearchäologen ist NT 4.0 allerdings ein schöner Spielplatz für Multiprozessor- und Nicht-i386-Systeme.

Systemvorrausetzungen Minimal Minimal RISC Sinnvoll
CPU 486 DX 25 MHz Alpha- MIPS Rx400- oder PowerPC CPU Pentium 133 MHz
Arbeitsspeicher 16 MB 16 MB 32 MB+
Festplattenplatz 110 MB 110 MB 500 MB NTFS
Laufwerke CD-ROM o. Diskettenlaufwerk CD-ROM CD-ROM u. Diskettenlaufwerk