Kurzinfos

Klasse Betriebssystem 16-Bit
CPU x86
Codename WfW 3.1 Sparta
Datenträger 3,5 & 5,25 Zoll Disketten, selten CD-ROM
Preis WfW 3.1 188 €
Preis Add-On WfW 3.1 82 €
Preis WfW 3.11 230 €
Markteinführung USA WfW 3.1 Oktober 1992
Markteinführung USA WfW 3.11 Dezember 1993
Ende Support 31.12.2001

Startsound

Windows für Workgroups

Windows für Workgroups war eine Variante von Windows 3.1, welche einen eigenen Netzwerkteil mitbrachte. Microsoft ermöglichte so das aufspannen eines Peer-to-Peer Netzwerkes ohne Hilfsprogramme von Drittherstellern.

In der 3.1-Reihe von Windows übernahm Windows für Workgroups damit die Zwischenposition für kleinere Unternehmen oder Organisationseinheiten, und grenzte sich zu der Einzelplatzedition Windows 3.1x und zur Client/Serverarchitektur vom später erscheinenden Windows NT 3.1 ab.

Der Vorteil der zu damaliger Zeit noch recht teuren Vernetzung war vor allem die Kostenersparnis beim Teilen von Ressourcen. So konnten im Netzwerk Datenverzeichnisse bereitgestellt oder geteilt werden und auch Drucker für ein gesamtes Netzwerk bereitgestellt werden. Geräte konnten also wirtschaftlicher genutzt werden und der Datenaustausch per Diskette reduziert werden. Windows für Workgroups wird häufig WfW oder seltener WfWg abgekürzt.

Galerie GUI

Grafische Oberfläche

Rein optisch unterschied sich Windows für Workgroups nicht vom normalen Windows 3.1. Es steht weiterhin der Programm-Manager als zentrales Element der Programmverwaltung zur Verfügung.

Beim Datei-Manager welcher Zugriff auf das Dateisystem bietet ist dagegen eine neue Symbolleiste hinzugekommen. Diese bietet vor allem eine Adressleiste welche eine Netzwerkadresse eines verbundenen Netzwerklaufwerkes anzeigt. Zudem sind Schaltfläche zur Freigabe und Trennen von Netzwerklaufwerken, sowie für Ansicht und Sortierung von Ordnerinhalten hinzugekommen. Addons wie Windows Undelete (Dateiwiederherstellung) oder Virenscanner (beides im Zubehör MS-DOS 6) können eigene Symbolschaltflächen einfügen. Netzwerkressourcen können nur benutzt werden, in dem sie fest als Netzwerklaufwerk mit einem Buchstaben verbunden werden.

Galerie Zubehör

Zubehör

Das Zubehör enthält alle Programme von Windows 3.1 und wurde ergänzt. Ein netzwerkfähiger Terminplaner namens Schedule+ bietet die Möglichkeit zur koordinierten Aufgabenbewältigung in Arbeitsgruppen.

Einen etwas missverständlichen Namen hat das Programm Telefon, es dient nicht der Sprachübermittlung, sondern ist ein auf Text basierender Chatclient.

Sehr mächtig war das Programm Mail. Es stellt ein Intranet Emailsystem da. Dazu wird ein PC - das Handbuch empfiehlt bei größeren Arbeitsgruppen einen exklusiven Rechner mit mindestens einem 80486-Prozessor - Mail Server und verwaltet den gesamten Email verkehr des Netzwerkes. Alle Netzwerkteilnehmer können nun per Mailprogramm alle der üblichen Nachrichtenoptionen inklusive Dateianhänge nutzen.

Nur bei WfW 3.11 war WinPopup mitgeliefert. Es erlaubt Textnachrichten an eine Arbeitsstation zu schicken.

Als neues Spiel liegt Hearts Windows für Workgroups bei. Hierbei spielen bis zu vier echte Spieler im Netzwerk ein Kartenspiel. Fehlende Spieler werden durch den Computer vertreten. Wobei man auch nur mit dem Computer trainieren kann.

Galerie Installation & Start

Installation & Start

Die Windows für Workgroups Installation läuft ähnlich wie die von Windows 3.1 in einem textbasierten Modus unter DOS an, und wechselt nach kurzer Zeit auf eine grafische Basis-Windows-Oberfläche. Während der Installation kann man den Treiber einer Netzwerkkarte bereits einbinden. Eine Netzwerkkarte ist aber keine Pflicht.

Windows für Workgroups wird weiterhin per Befehl win vom DOS-Prompt aus gestartet. Windows wählt dabei automatisch den geeigneten Betriebsmodus. Nur Windows für Workgroups 3.1 kann in den Standardmodus starten, entweder weil es auf einem 80286-Prozessor läuft oder per win /s gezwungen wird. Auch ein manuelles Zwingen in den erweiterten Modus für 386er ist mit win /3 möglich, falls der PC weniger als 4 MB Speicher verfügt. Windows für Workgroups 3.11 kann lediglich ohne Netzwerkbestandteile per win /n gestartet werden.

Systemanforderungen WfW 3.1:

  • Betriebssystem MS-DOS, Version 3.3 oder höher (MS-DOS, Version 5.0 wird empfohlen)
  • Ein PC mit einem 286- oder höheren Mikroprozessor (386SX oder höher erforderlich für gemeinsames Nutzen von Dateien und Druckern dieses PCs)
  • Zum gemeinsamen Nutzen von Dateien und Druckern dieses PCs (erweitertet Modus): 386SX-Prozessor oder höher, 640 KB konventioneller Speicher plus 2048 KB Erweiterungsspeicher (3072 KB Erweiterungsspeicher empfohlen)
  • Ohne gemeinsames Nutzen von Dateien und Druckern dieses PCs (Standard-Modus): 286-, 386SX-Prozessor oder höher, 640 KB konventioneller plus 256 KB Erweiterungsspeicher (1024 KB Erweiterungsspeicher empfohlen)
  • Ein 5,25-Zoll- oder 3,5-Zoll-High-Density-Diskettenlaufwerk und eine Festplatte mit 3,5 MB verfügbar (8,5 MB empfohlen)
  • VGA, Super-VGA, 8514/A, EGA-Grafikkarte oder einen mit Windows, Version 3.1, kompatiblen Videografikadapter und Monitor (Farb-VGA oder höhere Auflösung empfohlen)
  • Netwerkadapterkarte und Kabel, die mit Microsoft Windows für Workgroups kompatibel sind

Technische Eigenschaften

Windows für Workgroups 3.1 ähnelt technisch sehr Windows 3.1 bietet aber den Netzwerkmodus. Dieser kann allerdings nur eingeschränkt im Standardmodus genutzt werden, man kann zwar auf Ressourcen anderer Rechner zugreifen, aber keine eigenen zur Verfügung stellen. Als Protokoll wird NetBeui mitgeliefert, andere Protokolle sind allerdings von Fremdanbietern lieferbar gewesen.

Windows für Workgroups 3.11 brachte ein 32-Bit Dateihandling für Lokal- und Netzwerkdaten mit, weshalb es auf einen 80386-Prozessor angewiesen war und nur im erweiterten Modus für 386er lief. Es brauchte zusätzlich Treiber für das IPX-Protokoll mit, konnte aber auch durch einen späteren Treiber von Microsoft über TCP-IP4 kommunizieren.

Womit Windows für Workgroups problemlos auf das Internet zugreifen könnte (Die verfügbaren Browser sind mehr als veraltet) und auch mit neueren Windows Versionen Dateien austauschen kann. Allerdings bis Windows XP in beide Richtungen, ab Windows Vista sind die Sicherheitsniveaus zu hoch und Windows für Workgroups 3.11 kann nur noch Dateien vorhalten.

Unabhängig vom Protokoll konnte mit Windows für Workgroups nur ein Peer-to-Peer Netzwerk errichtet werden, dass bedeutet, dass alle Netzwerkteilnehmer gleichberechtigt sind. Es finde auch keine zentrale Rechte- oder Benutzerverwaltung statt, dies bot erst Windows NT 3.1

Systemanforderungen WfW 3.11:

  • Betriebssystem MS-DOS, Version 3.3 oder höher (MS-DOS, Version 6.2 oder höher empfohlen)
  • Personalcomputer mit einem 386SX- oder höheren Mikroprozessor
  • Mindestens 3 MB Arbeitsspeicher (RAM); 6 MB empfohlen
  • Festplatte mit einem verfügbaren Speicher von 10,5 MB (15,5 MB empfohlen)
  • VGA, Super VGA, 8514/A oder ein mit Windows 3.1 kompatibler Grafikadapter und Monitor (Farb-VGA- oder Bildschirm mit höherer Auflösung empfohlen).
  • Für die Faxunterstützung ist ein Modem der Klasse 1 oder 2 oder ein CAS-Modem (Communications Application Specification) erforderlich. (Die Übertragung von Binärdaten wird nur von Modems der Klasse 1 unterstützt.)
  • Microsoft Windows-kompatible Netzwerkkarte und Verkabelung

Änderungen gegenüber der Einzelplatzversion

Windows für Workgroups unterscheidet sich in folgenden Punkten vom normalen Windows 3.1:

  • Peer-to-Peer Netzwerkunterstützung (Theoretisch unbegrenzte Anzahl an Knoten je Workgroup)
  • elektronische Mail für Arbeitsgruppe, maximal 500 Benutzer
  • Terminplaner
  • Erweiterter Dateimanager für Netzwerkfreigaben
  • Erweiterter Druckmanager für Druckerfreigaben
  • Netzwerkfunktionen der Systemsteuerung
  • Erweitertes Zwischenablagenprogramm mit Netzwerkunterstützung
  • Programme: Chat, Netwatcher und Winmeter
  • Netware und LAN Manager Verbindungsmöglichkeit
  • Netzwerkspiel Hearts

Galerie WfW 3.11

Windows für Workgroups 3.11

Windows für Workgroups bietet wie erwähnt vor allem Aktualisierungen des Systems, so dass es nicht mehr auf AT-Rechnern läuft, aber verbesserten Zugriff auf das Dateisystem hat. Auch die Netzwerktreiber wurden überarbeitet. Zudem bietet es nun eine Faxunterstützung. Vielen Retailpaketen lag auch eine Unterstützung für ISDN bei. Die Änderungen im Einzelnen:

  • NDIS 3.0 Netzwerktreiber
  • NWLink Treiber für IPX Netzwerkprotokoll
  • Admincfg, Programm zur Ferneinstellung der Sicherheits- und Freigabeeinstellungen eines WfW 3.11
  • Remote Access Service (RAS) Client
  • Startmöglichkeit ohne Netzwerkfunktion
  • Erhöhte Performance durch VFAT (32-Bit Dateihandling und VCache Protected Mode Cache für Netzwerk- und Lokaldateien
  • Faxunterstützung
  • Modularisierung bestimmter Systemdateien (COMM.DRV, VCOMM.386, SERIAL.386, LPT.386)

Galerie Lieferumfang

Packungen & Lieferumfang

Windows für Workgroups 3.1 wurde in verschiedenen Packungsformen (SKUs - Stock Keeping Unit) verkauft, die teuersten Varianten waren die Starter-Kits, diese enthielten auch die passende Netzwerkhardware.


WfW 3.1 Add-On für 1 PC

WfW 3.1 Add-On Starter Kit für 2 PCs

Es gab Pakete ohne diese Hardware mit der normalen Vollversion und die so genannten Add-Ons, welche als ein Update für netzwerklose Windows 3.1 Versionen fungierten. Es soll auch reine Upgrades für Windows 3.0 Rechner gegeben haben. Zudem gab es Pakete für einen und zwei Arbeitsplätze, sowie Mischungen unter diesen Varianten.


WfW 3.11 Vollversion

WfW 3.11 Add-On

Windows für Workgroups 3.1 wurde teilweise noch auf 5,25 Zoll Disketten geliefert, die Version 3.11 wurde dagegen beinahe ausschließlich auf 3,5 Zoll Disketten verkauft. Einige OEM-Hersteller pressten Windows für Workgroups sogar auf CD-ROM. WfW war bei den Anwendern sehr beliebt, und wurde auch häufig auf Computern ohne Netzwerk eingesetzt, weil zumindest Schedule+ und Hearts auch ohne diesen gut funktionierten

Die Welt des Users

Windows für Workgroups wurde gerade durch günstige OEM Versionen von der Version 3.11 sehr beliebt und hielt sich einige Jahre. Dadurch, dass viele Benutzer erst durch die Version 3.11 Kontakt aufnahmen, wurde es meistens kurz "Win 3.11" genannt, was einen Konflikt zu der normalen Windows 3.11 Version darstellt.

Es fand aber vor allem eine große Verwendung in Firmen, die meistens mit kleineren Netzwerken anfingen, ich selbst kann mich noch an recht abenteuerliche Netzwerkkonstruktionen während meiner Ausbildung erinnern. Durch die fehlenden Sicherheitsmerkmale war es eine Spielwiese für die Azubis und die Netzwerke selber chaotisch. Auch wurden nicht selten hiermit die ersten Gehversuche über Onlinedienste und auch ins exotische Internet gewagt, allerdings waren die Kosten hoch und die Geschwindigkeiten niedrig.

Videos

Windows für Workgroups 3.1 Packungsreview

Meine Videoreview von der Windows 3.1 für Workgroups Add-on/Starter Kit Packung.
Der Startsound

Der Startsound als Video.

Schnelle Zeitleiste